Pressemitteilung

Falsche Bühne, richtige Frage: Warum baut Audi nicht bei uns?

Fabian Behrens, Bezirksvorsitzender der Jungen Liberalen Aachen – 26. Oktober 2026

Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump war ein Fehler. Wer einen deutschen Konzern führt, hat sich weder in den Wahlkampf eines anderen Landes noch in die Außenpolitik einzumischen. Ein öffentlicher Dank an den Präsidenten auf offener Wahlkampfbühne wird zwangsläufig als Parteinahme verstanden. Das schadet dem Ansehen des Unternehmens und seiner Beschäftigten.

Die Empörung greift aber zu kurz. Audi will in Perry im US-Bundesstaat Georgia vier Milliarden Dollar investieren, 4.500 Arbeitsplätze schaffen und jährlich 200.000 SUV bauen. Es wäre das erste Audi-Werk in den Vereinigten Staaten. Eine solche Entscheidung trifft kein Vorstand wegen eines Bühnenauftritts. Sie folgt einer nüchternen Rechnung über Kosten, Märkte und Rahmenbedingungen.

Genau hier liegt das eigentliche Problem. Wenn ein deutscher Hersteller Milliarden lieber in den USA als in Deutschland investiert, stellt das auch unserem Standort ein Zeugnis aus. Hohe Steuern, hohe Energiekosten, ausufernde Bürokratie und kleinteilige Regulierung machen Investitionen hierzulande unattraktiv. Wer sich jetzt nur über Döllner aufregt oder seinen Rücktritt fordert, lenkt von der eigenen politischen Verantwortung ab.

Statt Abwrackprämien und Subventionen braucht die Automobilbranche echte Reformen. Dazu gehören eine umfassende Deregulierung und Entbürokratisierung, ein wettbewerbsfähiges Unternehmenssteuerrecht und technologieoffene, realistische Vorgaben statt immer strengerer Flottenziele. Außerdem stehen wir für Freihandel statt Protektionismus, denn Zölle und Handelshemmnisse schaden gerade einer Exportnation wie Deutschland.

Die Kritik am Audi-Chef ist berechtigt, doch die größere Kritik gilt einer Standortpolitik, die Investitionen ins Ausland treibt.

Alle Stellungnahmen